12 von 12 Oktober 2026- Leise Momente

Manchmal verändert sich etwas in der Wahrnehmung, bevor wir wissen, was sich verändert hat.

Ein kleiner Moment.

Ein inneres Wissen.

Ein leises: Ah.

Vielleicht wird etwas sichtbar, das vorher im Hintergrund geblieben ist.

Du musst daraus nichts machen.

Vielleicht genügt es, es wahrzunehmen.

Vielleicht erscheint mein 12 von 12 Oktober 2026

wie ein Blick durch ein kleines Fenster

in einen anderen Erfahrungsraum.

Morgens früh

Gestern noch verabschiedete ich mich von Korfu. Eine wunderschöne Zeit mit netten Menschen.

Heute daheim. Aufwachen im eigenen Bett. Die gewohnten Geräusche um einen herum.

Kinderstimmen. Alle müde. Alle keine Lust, in die Schule zu gehen. Es nützt nichts.

Ein vertrauter Trott. Brote schmieren. Gurken schneiden. Eine Kiwi halbieren. Hier ein Babybel. Da ein Actimel. Und dort einige Spekulatius hinzulegen.

Jedes Kind hat seine Eigenheit. Brote mit Butter. Brote ohne Butter. Kein Brot- nur Reiswaffeln.

Ach ja.

Die Mittlere stürmt etwas verspätet zur Haustür raus- läuft zum Bus. Ein gewohnter Anblick, sie mit wehendem Haar davonlaufen zu sehen.

Der Kleine- so klein ist er mit seinen 9 Jahren gar nicht mehr- und ich gehen den Weg zur Bushaltestelle. Ein wenig schweigsam. Vielleicht noch etwas geschafft von der Klassenfahrt in der letzten Woche?

Nachdem er in den Schulbus eingestiegen ist, kehre ich nicht auf direktem Weg heim.

Weg

Ich laufe noch ein wenig weiter, mache einen Bogen.

Ein Morgenspaziergang.

Es ist kalt geworden. Kleine Atemwölkchen. Ein Schnuppern. Der Boden riecht feucht vom Regen der vergangenen Woche. Die Vogelstimmen aus den Bäumen sind weniger geworden.

Einsamer Apfel

Ein paar einsame Äpfel hängen ungepflückt am Baum.

So schön. Ein tiefes Atmen. In mir ist Freude. Freude, all das hier erleben zu dürfen.

Wenn ich so gehe, bin ich ganz bei mir. Nicht in Gedanken. Nicht beim Einkaufszettel oder bei Besorgungen. Sondern hier. Im Moment. Und ich spüre all das, was um mich herum ist, unmittelbar.

Das Leben ist voller Lebendigkeit. Voller Farben. Voller Reichhaltigkeit. Und dennoch so herrlich schlicht.

Kritzeleien

Kritzeleien auf dem Weg.

Ausdrucksstark.

Ein Lächeln huscht über mein Gesicht.

Rose weiß

Eine Rose, die sich dem Himmel entgegenstreckt.

Sie braucht kein Hinweisschild auf dem steht „Achtung! Bitte hinschauen!“

Die Rose ist einfach da und verströmt ihren Duft.

Menschen gehen daran vorbei. Vielleicht müde. Vielleicht achtlos. Vielleicht mit sich beschäftigt. Trotzdem tut sie nichts, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Sie ist still. Präsent. Verströmt ihren Duft und wird von den Menschen wahrgenommen, die sie erkennen.

Korfu

In Korfu war ich auf einem Retreat EmpowHERment von meiner lieben Freundin Sandra Jost.

Donnerstag Abend durfte ich einen STILLE- Raum halten.

Eine wunderschöne Erfahrung, ihn einmal in Präsenz zu halten.

Die Stille ist für mich ein innerer Ort, den ich bewohne. Wo ich nichts tun muss und nichts von mir verlangt wird. Wo inzwischen sogar das Denken still geworden ist.

In Kürze öffnet wieder ein STILLE- Raum. Online. Vielleicht begegnen wir uns dort.

Kaffeebohnen

Zuhause fand ich unseren Großen über der Müslischüssel gebeugt vor. Für ihn beginnt die 3. Praktikumswoche im Rahmen der Berufsfelderkundung in einem IT- Unternehmen.

Heute kommt sein Klassenlehrer zu Besuch. Die letzten Feinheiten seines programmierten Quiz warten darauf, fertiggestellt zu werden.

Mit jugendlicher Entspannung macht er sich auf den Weg.

Dann bin ich allein.

Kaffeezeit- frische Bohnen einfüllen. Den Knopf drücken. Kaffeeduft. Hmmmm.

Kater Barney im Garten

Barney, unser Kater kommt in die Küche. Bleibt vor dem Küchenaustritt stehen. Ich öffne die Tür und schwupps schlüpft er hinaus.

Sein Fell bürste ich anschließend.

Die Wunde auf dem Rücken taste ich vorsichtig ab. Sie ist inzwischen verheilt und krustig- und lockert sich ohne großes Zutun von selbst.

Manchmal muss man gar nicht so viel tun, um etwas loszulassen.

Manchmal braucht es vielleicht nur, dass etwas weniger fest ist.

Blick aus dem Fenster

Ich setze mich oben in meinen Lehnstuhl. Klappe den Laptop auf. Schaue in die Weite aus meinem Dachfenster heraus.

Während des Retreats bin ich nicht dazugekommen, meine neue Seite fertigzustellen.

DEM LEBEN BEGEGNEN ist aus dem vorherigen Raum der Monatsbegleitung entstanden.

Es war Zeit, etwas Altes ziehen zu lassen und etwas Stimmiges willkommen zu heißen.

Veränderung muss nichts Bedrohliches sein, auch wenn unklar ist, was dann ist.

Manchmal braucht es vielleicht eine Art Brücke. Und vielleicht kann dieser Raum so etwas sein.

Ein Teller mit Reis

Nun braucht es in meinem Leben etwas, dass meinen Bauch füllt.

Da ist Lust auf Reis. Und ich schreibe statt Reis- REISE😉

Ein Lachen entströmt meinem Innersten.

Saskia mit Hut

Ein kurzer Gedanke an Korfu.

An die Wärme, an meinen neuen Hut und an die Wäsche die auf der Wäscheleine im Garten trocknet.

Ach, war das schön!

Abendspaziergang

Da war noch vieles mehr, das diesen Tag ausmachte: Büroarbeit, Familienzeit, Gespräche, ein Abendspaziergang.

Das Schreiben dieses Blogartikels-

und ein kurzer Schreck.

Denn ich hatte die offenen Tabs des 12 von 12 Oktober mit dem vom 12 von 12 September verwechselt.

Versehentlich hatte ich die Texte überschrieben- und gespeichert. Oje!

Atmen.

Innehalten.

Spüren.

Ein Puls, der sich allmählich beruhigte.

Ein Kopf, der wieder klar wird.

Ein System, das kurz aus dem Takt geraten war.

Und eine Wiederherstellung, die sich fand;)

Puh! Nochmal Glück gehabt!

Noch die letzten Texte schreiben- und auf Veröffentlichung klicken.

12 von 12 Oktober 2026- Leiser Ausklang

Wahrnehmung.

Ich merke, wie sich auch mein eigenes Verhältnis zum Tun verändert hat. Nicht, weil ich beschlossen hätte, weniger zu tun. Es ist eher, als würde manches von selbst leiser werden, sobald es nicht mehr gebraucht wird.

Und dann ist da diese Frage:

Wie will man jemandem etwas vom Sein erzählen, der sich im Tun erlebt?

Vielleicht gar nicht.

Vielleicht lässt sich Sein nicht erklären und auch nicht erreichen wie ein Ziel. Vielleicht braucht es keinen Weg dorthin. Vielleicht verändern sich einfach die Bedingungen, unter denen wir uns selbst wieder wahrnehmen können.

Das beschäftigt mich.

Wenn dich diese Art des Innehaltens anspricht,

begleitet dich mein Bewusstseinsletter mit stillen Gedanken aus dem Alltag,

Beobachtungen aus inneren Bewegungen

und das,

was sich im Moment zeigt.

Wenn du wissen willst, wer ich bin,

findest du mich in meinen Texten und Räumen.

Und vielleicht sitzen wir irgendwann eine Weile still nebeneinander

und betrachten, was sich gerade zeigt.

Ich bin Saskia.

Ich schreibe über Bewusstsein, Zeitqualität und Integration.
Über das, was sich zeigt, wenn wir stiller werden und aufhören, uns selbst zu erklären.

Meine Arbeit bewegt sich zwischen Präsenz, Tiefe und Verkörperung.
Nicht als Weg, sondern als Raum.

Wenn du mich kennenlernen möchtest,
findest du mich in meinen Texten.

Saskia Dauvermann

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