Mabon bewusst feiern: Herbst-Tagundnachtgleiche erleben

Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2026

Mabon [ausgesprochen „Mäb-bon“] ist eines der acht Feste im keltischen Jahreskreis und markiert die Herbst-Tagundnachtgleiche. Rund um den 22. September sind Tag und Nacht für einen kurzen Moment vollkommen gleich lang, bevor die Dunkelheit allmählich wieder mehr Raum einnimmt.

Der Name Mabon geht auf die walisische Sagengestalt Mabon ap Modron zurück – den „Sohn der Mutter“. Unabhängig von seiner mythologischen Herkunft erinnert dieses Jahreskreisfest an einen Übergang, der jedes Jahr aufs Neue erfahrbar wird.

Vielleicht spürst auch du in dieser Zeit, dass sich etwas verlangsamt. Die Natur beginnt loszulassen. Farben verändern sich. Das Licht wird weicher.

Mabon lädt nicht dazu ein, etwas zu erreichen. Sondern wahrzunehmen, was bereits gereift ist – im Außen ebenso wie im Inneren.

Welche Erfahrungen tragen dich heute?

Was durfte wachsen?

Und was möchte nun ohne Widerstand seinen Platz verlassen?

In diesem Artikel findest du eine Einordnung dieses Jahreskreisfestes, verbunden mit Impulsen zum Innehalten und einer Einladung, den Rhythmus des Herbstes bewusst wahrzunehmen.

👉 Wenn du tiefer in die Rhythmen des Jahres eintauchen möchtest, findest du im Überblick zu den Jahreskreisfesten und Schwellenzeiten eine sanfte Orientierung.

Mabon auf einen Blick



🌿 Zeit
zur Herbst-Tagundnachtgleiche (22./23. September)

🌿 Thema
Balance, Dankbarkeit und bewusster Übergang
🌿
Einladung
Dem Gleichgewicht zwischen Fülle und Loslassen Raum zu geben und den eigenen Weg mit Gelassenheit zu betrachten.

🌿 Element
Apfel – Symbol für Erkenntnis, Reife und den Kreislauf des Lebens.
🌿
Frage zum Innehalten
Was trägt mich weiterhin – und was darf ich in Dankbarkeit verabschieden?

Die spirituelle Bedeutung von Mabon im keltischen Jahreskreis

Mabon ist mehr als ein Erntefest. Es markiert einen Moment des Übergangs, an dem Licht und Dunkel für einen Augenblick im Gleichgewicht sind.

Diese Schwelle lädt dazu ein, innezuhalten und den eigenen Weg mit etwas Abstand zu betrachten. Was ist in den vergangenen Monaten gewachsen? Was fühlt sich stimmig an? Und was möchte sich nun verändern?

Vielleicht geht es dabei weniger um Antworten als um eine aufmerksame Begegnung mit dem, was sich gerade zeigt.

Mabon und die Energie der Balance

Die Tagundnachtgleiche symbolisiert auf einzigartige Weise die Balance zwischen Gegensätzen. Tag und Nacht, hell und dunkel, aktiv und passiv – all diese Pole begegnen sich auf Augenhöhe. Für uns ist das eine Einladung, ebenfalls die Balance in unserem Leben zu überprüfen. Wo geben wir zu viel, ohne zu empfangen? Wo arbeiten wir rastlos, ohne uns Erholung zu gönnen? Und wo halten wir fest, obwohl es Zeit wäre, loszulassen?

Spirituell gesehen verkörpert Mabon die Kraft der Integration. Es geht nicht darum, Extreme zu vermeiden, sondern darum, sie in ein harmonisches Miteinander zu bringen. Das erfordert Bewusstsein und die Bereitschaft, ehrlich auf das eigene Leben zu blicken. Mabon erinnert uns daran, dass es kein Licht ohne Schatten gibt und dass beide Aspekte wertvoll sind.

Balance entsteht oft nicht dadurch, dass wir sie herstellen wollen. Sie wird spürbar, wenn wir aufhören, gegen das anzukämpfen, was gerade da ist.

Die keltischen Jahreskreisfeste im Überblick:

Erntezeit, Dankbarkeit und Übergang ins Dunkle

Mabon wird auch als zweites Erntefest bezeichnet. Während Lughnasadh die erste Ernte feiert, ist Mabon der Moment, in dem die Früchte des Jahres in ihrer Fülle sichtbar werden. Es ist die Zeit, innezuhalten und sich bewusst zu machen: Was habe ich in diesem Jahr gesät und nun geerntet? Dies gilt nicht nur für äußere Projekte, sondern auch für innere Prozesse – Erkenntnisse, Heilungsschritte, neue Erfahrungen.

Zugleich ruft Mabon dazu auf, dankbar zu sein. Dankbarkeit verändert das Leben nicht. Sie verändert oft den Blick auf das, was längst da ist. Rituale zur Dankbarkeit helfen, diesen Moment bewusst zu würdigen und Energie für den Übergang in die dunklere Jahreshälfte zu sammeln.

Denn mit Mabon beginnt auch die Zeit des Loslassens und der Rückschau. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger– das Außen zieht sich zurück, damit wir uns verstärkt dem Innen widmen können. In dieser Übergangsphase liegt eine tiefe Einladung: Alles, was nicht mehr nährt, darf jetzt gehen, um Platz für Neues zu schaffen.

Equinox Mabon

Rituale und Inspiration zu Mabon

Mabon lädt dich dazu ein, das Gleichgewicht bewusst zu ehren und Dankbarkeit in dein Leben zu tragen. Die Rituale dieses Festes sind erdend, kraftvoll und tief mit der Natur verbunden. Sie helfen dir, die Fülle des Jahres zu würdigen und dich gleichzeitig auf die dunklere Jahreszeit einzustimmen.

Ob mit einfachen Kerzenritualen, einem Dankbarkeitsaltar oder einer stillen Meditation– diese Praktiken lassen dich Mabon ganz persönlich erleben und die Energien spürbar in dein Leben einweben.

Dankbarkeitsritual mit Erntegaben

Ein zentrales Thema von Mabon ist die Dankbarkeit für die Ernte– innerlich wie äußerlich. Mit einem kleinen Dankbarkeitsritual kannst du diese Energie bewusst ehren.

So geht’s Schritt für Schritt:

  • Suche dir einen ruhigen Platz und lege Erntegaben bereit (z. B. Früchte, Nüsse, Samen, ein Stück Brot oder etwas, das du selbst geerntet hast).
  • Zünde eine Kerze an – sie symbolisiert das Licht, das trotz zunehmender Dunkelheit in dir brennt.
  • Lege deine Gaben auf einen kleinen Teller oder Altar und sprich laut oder in Gedanken: „Ich danke für die Fülle dieses Jahres – im Außen und in mir.“
  • Nimm dir Zeit, um an mindestens drei Dinge zu denken, für die du in diesem Jahr besonders dankbar bist. Schreibe sie auf einen Zettel und lege ihn unter die Erntegaben.
  • Spüre nach, wie sich Dankbarkeit in deinem Herzen ausbreitet.

Nimm dir Zeit. Es gibt nichts zu erreichen. Vielleicht genügt es, für einen Moment einfach mit deiner Ernte zu sitzen.

Du kannst die Gaben später in der Natur zurückgeben– als Symbol, dass alles im Kreislauf weiterfließt.

Mabon feiern

Ein Ritual für Balance zwischen Licht und Dunkel

Da Mabon die Tagundnachtgleiche markiert, bietet sich ein Ritual an, um Balance zwischen Gegensätzen zu finden. Dieses Ritual unterstützt dich, innere Disharmonien zu erkennen und auszugleichen.

Vielleicht entsteht während dieses Rituals eine neue Wahrnehmung für das, was bereits da ist.

So geht’s Schritt für Schritt:

  • Bereite zwei Kerzen vor – eine helle (weiß oder gold) und eine dunkle (schwarz oder tiefblau). Stelle sie nebeneinander auf.
  • Zünde beide Kerzen gleichzeitig an. Beobachte, wie beide Flammen im gleichen Raum leuchten, ohne einander zu verdrängen.
  • Setze dich ruhig hin und frage dich: Wo in meinem Leben fehlt das Gleichgewicht? Notiere spontan auf einem Blatt zwei Spalten: „Zu viel“ und „Zu wenig“.
  • Schreibe alles auf, was dir einfällt – von Arbeit, Beziehungen, bis hin zu inneren Themen wie Selbstfürsorge oder Ausdruck.
  • Wähle einen Punkt aus jeder Spalte und formuliere einen kleinen, konkreten Schritt, um Balance herzustellen.
  • Schließe die Augen, lege die Hände auf dein Herz und sprich: „Ich nehme die Balance in mein Leben auf.“

Dieses Ritual zeigt dir, dass Licht und Dunkel nebeneinander existieren dürfen – in dir und im Leben.

Jahreskreisfest

Mabon bewusst erleben – wenn der Herbst leiser wird

Meine persönliche Wahrnehmung von Mabon

Mabon erinnert mich jedes Jahr daran, dass Balance nichts Starres ist. Sie entsteht nicht dadurch, dass alles gleich viel Raum bekommt. Sondern dadurch, dass ich wahrnehme, was gerade lebendig ist.

Während der Sommer oft nach außen führt, beginnt mit Mabon eine Zeit, in der das Leben leiser spricht. Nicht, weil weniger geschieht, sondern weil sich die Aufmerksamkeit verändert.

Ich empfinde diese Schwelle als Einladung, nicht vorschnell weiterzugehen. Manche Erkenntnisse brauchen keinen nächsten Schritt. Sie möchten einfach gesehen werden.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Ernte dieses Jahreskreisfestes.

Mabon als Einladung zum stillen Wahrnehmen

Wenn dich diese Art der Einordnung anspricht und du die Rhythmen des Jahres achtsam begleiten möchtest, findest du in meinen E-Mail-Impulsen regelmäßig Gedanken zur Zeitqualität, zu Schwellenzeiten und zum bewussten Leben im Rhythmus der Natur.

👉 Impulse zur Zeitqualität per E-Mail erhalten

Ich bin Saskia.

Ich schreibe über Bewusstsein, Zeitqualität und Integration.
Über das, was sich zeigt, wenn wir stiller werden und aufhören, uns selbst zu erklären.

Meine Arbeit bewegt sich zwischen Präsenz, Tiefe und Verkörperung.
Nicht als Weg, sondern als Raum.

Wenn du mich kennenlernen möchtest,
findest du mich in meinen Texten.

Saskia Dauvermann

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