In meinem 12 von 12 Mai 2026 teile ich einen Einblick in mein Leben.
12 Fotos und 12 kleine Texte.
Momente aus einem bewusst gelebten Leben.
Vielleicht fragst du dich, wie das in der heutigen Zeit geht.
Begleite mich einfach durch diesen Tag.

Der 12. Mai beginnt um 0 Uhr. Ich bin noch wach.
Eine Kerze steht auf dem Bord.
Ich schreibe einen neuen Text- einen Tiefe- Artikel.
Es ist ein achtsames Schreiben und immer wieder reinspüren.
Worte sind nicht nur Worte. Neben Bedeutung tragen sie Klang.
Diese Texte sind keine Erzählungen und keine Unterhaltung. Es sind Wahrnehmungen entlang von Stimmigkeit als einzige Kohärenz. Und sie zeigen dir, wo ich mir selbst begegne.
Um kurz nach Mitternacht beende ich mein Schreiben und lege mich schlafen.

Der Wecker klingelt um 6 Uhr.
Ein kurzer Blick aus dem Fenster.
Die Luft ist kalt.

Ich rolle meine Matte aus.
Hanteln, Faszienrolle, Haarklammer liegen bereit.
Zeit für Pilates und meine Übungen.
Meine linke Schulter ist fast wieder voll funktionsfähig.
Zumindest tut sie nicht mehr weh.

Die Großen sind schon auf und machen sich fertig.
Dennoch braucht es den ein oder anderen Hinweis. Und natürlich eine Brotdose von Mama;)
Auf dem Weg nach unten komme ich am Muttertagsstrauß vorbei.
Ein Lächeln huscht über mein Gesicht.
Da ist Freude- und ein warmes Gefühl rund ums Herz.
Pfingstrosen und Lilien- ein leichter Duft weht an mir vorbei.

Den Kleinen begleite ich morgens zur Bushaltestelle.
Längst könnte er alleine gehen.
Ich nehme mir die Zeit. Es ist unsere Zeit- nur wir ganz allein.
Wir gehen Hand in Hand.
Heute ist es kalt. 6°C sagt die Messstation am Einkaufszentrum, an dem wir vorbeikommen.
Da ist eine Baustelle auf der Straße. Ein kleiner Bagger beginnt die Straße aufzureißen. Wieder.
Es ist eine dieser ewigen Baustellen, wo sich monatelang nichts tut und provisorisch die Fahrbahndecke geschlossen wird.
Jetzt kommt wieder Bewegung hinein- vielleicht auch die Rohre, die an der Seite liegen.

Wir gehen ca. 15 Minuten. Ein gewohnter Trott.
Nichts Besonderes.
Eine Pfütze- von gestern übriggeblieben.
Gestern hatte es viel geregnet. Auf dem gesterigen Heimweg von der Bushaltestelle, kam ich an einer Wiese vorbei. Sie ist eine von denen, die als Rückhaltebecken dienen, wenn es zu stark regnet. Sie stand leicht unter Wasser.
Da waren zwei Enten. Es war solch ein natürlicher Anblick, wie sie die neuen Gegebenheiten annahmen und ihre neu entstandene Badestelle genossen.
Das sind Momente, die ich betrachte. Leben ist nicht kompliziert. Es ist Bewegung in sich.

Da war eine Wiese mit Butterblumen. So haben wir sie als Kind immer genannt.
Ich erinnere mich, wie wir sie gepflückt haben.
Blumenpflücken- gibt es das überhaupt noch?
Wir haben dagesessen, in hingebungsvoller Stille Blumenkränze hergestellt und uns auf den Kopf gelegt.
Macht man das noch?
Manchmal ist die Welt so kontrolliert geworden.
Die natürlichen Dinge verschwinden einfach.
Ist Einfachheit unattraktiv geworden?
Gibt es noch Menschen, die Stille mögen?

Wenn ich so überlege, bin ich da, wo ich einst losgegangen bin- nur in einem anderen Bewustsein.
Ich war ein stilles Kind.
„Du träumst zu viel. Du bist zu ruhig. Du musst dich mehr beteiligen.“
Aus dem Wunsch nach Zugehörigkeit lernte ich, mich anzupassen- und wurde jemand, der den Erwartungen anderer entsprach.
Die Welt ist laut- und ich funktionierte- jahrelang.
Mein Weg zurück zu mir erlebte ich spürbar.
Zusammenbruch- Verlust- Schmerz. Er lehrte mich, während ich durch ihn hindurchging.
Schmerz ist kein Feind- er ist blockierte Liebe.
Es brauchte lange, bis ich verstand.
In mir war alles laut.
Drama, Intensität, Emotion.
Ein innerer Alarm, der mich beschäftigt hielt.
Ich stellte ihn aus.

Seitdem ist es still.
Mein Nervensystem atmet auf. Es beginnt, sich zu regenerieren.
Früher war da Erschöpfung aus Überlastung.
Nun ist da eine andere Form von Erschöpfung.
Mein Nervensystem ordnet sich neu.
Es lernt wieder zu sein, ohne zu kompensieren.
Meine Schritte sind kleiner geworden.
Meine Wahrnehmung achtsamer.

Auf dem Heimweg ging ich einkaufen.
Drei Taschen sind es geworden. Dabei brauchte ich nur ein paar Lebensmittel;)
Zuhause verräumte ich alles an seinen Platz.
Über die Erdbeeren werden sich die Kinder freuen.
Normalerweise esse ich erst spät. Aber die Erdbeeren haben mich inspiriert.
Eine Schale. Selbstgeflockte Haferflocken. Naturjoghurt. Ein wenig Leinöl. Erbeeren. Gekeimter Buchweizen. Fertig.
Am Vormittag ist Raum für Hausarbeit.
Wäsche waschen/ falten, Küche abwaschen, Staubsaugen, Zimmer begehen und Dinge aufräumen.
Es bleibt Zeit für mich- für stille Momente in Meditation.
Ein Kaffee bewusst genossen.
Das Schreiben.

Mittags gehe ich zur Arbeit.
Meine Arbeitszeiten habe ich an mein Bedürfnis nach Stille angepasst.
Für mich ist das Selbstliebe, gut für mich zu sorgen. Im Einklang mit mir zu bleiben. Mich nicht mehr zu verlassen.
Es ist wieder Zeit, die Abrechnungen mit den Kranken- und Pflegekassen fertigzumachen.
Pro Monat sind es um die 500 Abrechnungen, die erstellt, geprüft, verschlüsselt, postalisch versendet werden.
Eine Routine, die ich mag- auch wenn es viel ist.
Abends werde ich Zeit brauchen, um runterzukommen.

Zuhause nehme ich mir Zeit für mich.
Ein Bad.
Essen mit der Familie.
Eine Tasse Tee.
Die Intensität des Tages lasse ich Stück für Stück hinter mir.
Ein wenig mit Weihrauch räuchern. Bei mir ankommen.
Heute Abend nehme ich an einem Webinar teil.
Pflanzenheilkunde über Frauenmantel und Storchschnabel– Wesen der Pflanzen. Signaturenlehre. Anwendung.
Meine Zeit in der Naturheilpraxis ist vergangen.
Darmgesundheit- Ernährung- TCM waren damals meine Schwerpunkte.
Und doch ist da noch viel Wissen, das nun keine Bedeutung mehr hat.
Am Wegesrand habe ich heute Spitzwegerich und die erste Schafgarbe entdeckt.
Heilpflanzen sind überall- und doch läuft man in der Eile und Geschäftigkeit des Lebens daran vorbei.
Vielleicht lädt dich diese Betrachtung dazu ein, die kleinen Momente bewusster wahrzunehmen…
12 von 12 Mai 2026- ein leiser Abschluss
Dieser Blogartikel ist stiller als sonst.
In den letzten Monaten und Wochen hat sich vieles in mir verschoben.
Dass, was einst stimmig war, passte nicht mehr.
Ich durchschritt einen Zwischenraum- ohne mich selbst in dieser Zeit zu verlassen. Vor wenigen Tagen passierte ich die Schwelle. Eine neue Ordnung sortierte sich aus mir selbst heraus.
Mein Leben ist still. Drama, Intensität, Selbstdarstellung sind weggefallen.
Stimmigkeit allein übernimmt Kompassfunktion.
Ich muss nirgendwo mehr ankommen- ich bin es längst.
Wenn du wissen willst, wer ich bin, findest du mich in meinen Texten und Räumen.
In meinem Blog schreibe ich Texte über meine Wahrnehmung als Feldnotizen. Leise Fußabdrücke inneren Verschiebens.
Mein Räume sind für Menschen, die sich in einer lauten Welt wieder mit sich verbinden möchten.
Etwas Neues ist kürzlich hinzugekommen: Lichttage zur Sommersonnenwende 2026- ein stiller Raum zum Innehalten, Atmen und Sein.
Vielleicht ein Ort, wo du dir erlaubst, dir selbst zu begegnen. Zu den Lichttagen.


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