In meinem 12 von 12 Februar 2026 teile ich nicht aufgehübscht, sondern echt.
12 Fotos- 12 kleine Texte- dazu eine kleine Geschichte. Ein einzigartiger Tag in meinem Leben als Dreifachmama und Medium.
Heute ist Donnerstag. Nicht irgendein Donnerstag. Sondern Weiberfastnacht.
Ich lebe in der Nähe von Köln. Da wird Karneval gelebt. Als Brauchtum.
Wer`s nicht kennt, denkt, wir sind verrückt geworden. Dabei ist das völlig normal bei uns;)
Begleite mich durch diesen Tag:

Es ist früh. Die Ofenuhr in der Küche zeigt 5:51h.
Ich bin bereits seit 3h wach. Unfreiwillig.
Manche medialen Botschaften kommen nachts- wie heute. Normalerweise notiere ich sie und schlafe weiter. Heute war es anders.

Die Kinder müssen heute zeitig aufstehen. Trödeln ist nicht. Denn heute muss alles etwas zackiger gehen. Nicht Jeans und Pulli warten, sondern das Karnevals- Outfit.
Keiner mochte wegen Karneval eine halbe Stunde früher aufstehen.
Deshalb habe ich bereits gestern Abend alles parat gelegt. Vier Kostüme. Drei für die Kinder- eins für mich.
Die beiden Großen müssen um 6:50h das Haus verlassen, um den Bus zur Schule zu erreichen. Der Große wird Harry Potter und unsere Tochter Ginny Weasley.

Ginny Weasley hat rote Haare. Meine Tochter ist blond. Natürlich mussten es rote Haare sein. Ich war nicht begeistert von der Idee, die Haare einzufärben. Ich organisierte orangefarbenes Haarwachs zum Auswaschen- und hoffte, dass es sich restlos auswaschen ließ.
Zunächst mussten die Haare gewaschen werden. Dann kam das Haarwachs. Strähne für Strähne. So viele Haare. Gut verteilen, durchkämmen, trockenföhnen. Ich musste gestehen: es sah gar nicht so schlecht aus.

Die beiden Großen stolperten verspätet los. 2 weniger.
Nun musste ich unseren Kleinen wecken, bei Anziehen des Kostüms unterstützen und schminken.

Die dritte Klasse sollte ein Klassenkostüm anziehen. Dieses Jahr ein Zootier.
Unserer Tochter ging in der Grundschule in die Pandaklasse. Karneval war sie mal als Panda verkleidet gewesen. In der Karnevalskiste habe ich ihre schwarz- weiß gestreifte Arm- und Beinstulpen gefunden.
Panda oder Zebra standen zur Auswahl. Es wurde der Panda.

Auch ich musste mich fertigmachen.
Ich gehe als Piratin. Mein Kostüm seit über 20 Jahren. Darin fühle ich mich wohl.
Zuerst bin ich noch kurz ins Büro gefahren…

..dann fuhr ich weiter in den Nachbarstadtteil. Um 10h startete der Umzug der Grundschule. Ich wollte dabei sein.

Die Grundschule macht zu Weiberfasnacht einen „Karnevalsspaziergang“ durch den Ort. Um 10h war Aufstellung.
Regenwetter war angesagt und es blieb dabei. Es war ziemlich nass mit eisigem Wind.

Um 11:25h war Schulschluss- für alle. Die Großen kamen mit dem Bus nach Hause. Den Kleinen nahm ich direkt mit. Völlig durchgenässt.
Ich war mit dem Auto unterwegs. Autofahren ist in der Karnevalszeit schon speziell. Man steht an der Ampel, schaut ins Nebenfahrzeug und sieht alle möglichen seltsamen Gestalten. Man grinst sich an- ein stummes Verstehen unter Karnevalisten. Jeder steckt in seinem Kostüm, in seiner Maske.

Der Kleine fror sehr. Ab in die Badewanne- ins prophylaktische Erkältungsbad. Erstmal Aufwärmen. Außen und Innen. Während er in der Badewanne saß, hing ich die nassen Sachen auf die Wäscheleine und kochte das Essen.
Ein Obsalat als Vitaminbooster würde nicht schaden. Also schnippelte ich Äpfel, Kiwis, Banane, Orange und ein paar Trauben und vermischte das Obst mit etwas gepresstem Orangensaft.

Die Kinder kamen gut gelaunt aus der Schule. Für die Jahrgänge 5-8 gab es eine Karnevalsparty. Besonders imponierten ein Informatiklehrer als Gorilla und eine Klassenlehrerin als Medusa.
Jetzt ist schulfrei bis Aschermittwoch.
Am Sonntag geht in unserem Stadteil „d`r Zoch“- am Montag im Nachbarstadtteil. Hoffentlich wird das Wetter besser- zumindest trocken;)
Karneval gibt`s Berliner- mit Marmelade oder Nutella gefüllt.

Hab ich schon erwähnt, dass ich müde bin? Heute werde ich nicht alt.
Ich schreibe den Blogartikel, lade die Fotos hoch, gestalte das Titelbild.
Morgen ist auch noch ein Tag…
Reflexion meines 12 von 12 Februar 2026
Heute ist kein Tag wie jeder andere. Denn heute rückte Brauchtum in den Fokus.
Karneval wirkt in einer Welt, die immer einheitlicher wird, wie ein rotes Tuch.
Was für die Kinder Spaß am Verkleiden und kleine Auszeit vorm Lernen sind, ist für mich eine Unterbrechung im täglichen Einerlei. Wie ein Stolperstein, der zum Innehalten anregt.
Vor noch gar nicht so langer Zeit war ich im Funktionsmodus gefangen. Jahrelang habe ich mich über Leistung definiert. Mein Stolperstein war ein Nervenzusammenbruch. Die vielen kleinen Impulse zuvor habe ich geflissentlich ignoriert. Bis mein Körper reagiert hat.
Heute gehe ich langsamer und sehe die Stolpersteine. Auch die kollektiven. Karneval ist so einer.
Ein Bruch im Jahresfluss. Ein Fest der Masken. Rollentausch.
Heute darfst du sein, wer du willst. Wähle deine Maske. Niemand erkennt dich.
Ich wähle die Piraten- Maske. Ich mag es, im Wind zu stehen und in die Ferne zu schauen. Ich mag Rätsel und Herausforderungen. Ich mag Freiheit und Weite. Es ist nur eine Maske- und doch beschreibt sie bestimmte Aspekte meiner Selbst.
Meine sozialen Masken habe ich abgelegt. Ich muss niemand mehr sein. Das Ich in mir ist still geworden.
Auf der Suche nach mir selbst, bin ich angekommen. Interessanterweise da, wo ich losgegangen bin. Nur mit einem anderen Bewusstsein.
Viele Menschen sind auf dem Weg zu sich selbst. Nenn es Abenteuer oder innere Heldenreise. Du legst ab, was du nicht bist. Masken sind ein Teil dieser Bewusstseinsreise.
Vor wenigen Tagen veröffentlichte ich den Blogartikel Karneval und Masken- Die leise Angst vorm Echtsein. Ein besonderer Artikel aus meiner neuen Kategorie Ich und die Tiefe.
Meine Tiefe- Artikel sind neu. Sie sind leise Gedanken aus der Stille. Beobachtungen und Wahrnehmungen, die das Verborgene sichtbar machen.
Vielleicht bringen diese Worte etwas in dir zum Anklingen- vielleicht auch nicht.
Möchtest du gerne mehr von mir lesen?
Mein Bewusstseinsletter ist eine leise Einladung. Hier teile ich Gedanken zur Zeitqualität, zu Portaltagen, Mondphasen
und zu dem, was sich im Bewusstsein wandelt.


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