Kein Motto für 2026- Was bleibt, wenn das Ich still wird

Ich sollte ein Motto für 2026 formulieren.
Ein Mantra.
Eine Vision.

Es ging nicht. Diese Worte resonieren nicht mehr mit mir.

Ich möchte schreiben- ja. Aber nicht über Ziele, Ausrichtung oder Vorhaben.
Sondern über das, was zu einer neuen Haltung in mir geführt hat.

Etwas ist im Begriff zu entstehen.
Leise.
Ohne Ankündigung.

Früher hätte ich versucht, diesem Wandel schneller Worte zu geben, ihn einzuordnen, greifbar zu machen.
Heute spüre ich: Das ist nicht nötig.

Ich tue nichts, um zu beschleunigen.
Weil ich weiß:
Alles, was wirklich gemeint ist, findet mich.

Ein stiller Bruch

Bis vor wenigen Wochen glaubte ich, mit den Worten bewusster, tiefer, echter etwas gefunden zu haben.
Ein Motto. Einen Halt.

Doch inzwischen hat sich mein Blick verändert.
Meine Haltung.

Nichts davon fühlt sich noch stimmig an. Und doch weiß ich:
Etwas Grundlegendes hat sich verschoben.

Stille.
Präsenz.
Kohärenz.

Worte, die das nicht erklären, sondern umkreisen.

Ich spüre den Wunsch, über diesen Wandel zu schreiben. Und zugleich fehlen mir die Worte, das zu beschreiben, was innerlich in mir geschieht.
Nicht, weil nichts geschieht, sondern weil so viel nicht mehr geschieht.

Da ist ein Bruch in mir.
Ein leiser Bruch.

Schreiben war immer mein Ausdruck. Mein Zugang.
Jetzt stehe ich hier– still.

Kein Drama.
Kein Streben.
Kein Tun.

Nur dieses eigentümliche Empfinden, dass etwas endet, das mich mein ganzes Leben getragen hat.
Ich habe aus Anspannung gelebt.
Aus Intensität.

Und plötzlich ist da nichts mehr, das mich antreibt.

Das Ende des Ich- Bewusstseins

Vor zwei Tagen zeigte sich mir ein Bild: Mein Ich- Bewusstsein fiel in sich zusammen.
Und ich stand auf der anderen Seite und schaute ruhig und unbeteiligt zu.

Es war, als würde ein Wolkenkratzer sein Fundament verlieren.
Ein stolzer, hoch aufgerichteter Bau.

Ich hatte ihn längst verlassen.
Ich bewohnte diesen Raum nicht mehr.

Nun stand er da– als Hülle.
Als leere Form und schaute mich an.

Ich entzog ihm die Grundlage.
Nicht aus Ablehnung, sondern aus Klarheit.

Meine eigene Bedeutungslosigkeit hatte mich hierher geführt.
Genau an diese Stelle.

Mein Leben aus dem Ich- Bewusstsein ist beendet.

Jetzt ist Stille.

Was sich dadurch aufgelöst hat

Gefühlt hat sich alles aufgelöst. Und doch sitze ich hier und schreibe diese Worte.

Da ist eine innere Leere, die mich durchströmt.
Nicht depressiv.
Nicht leer im Sinne von Mangel.

Sie ist glasklar.
Still und von tiefer Ruhe getragen.

Kein Unbehagen. Kein inneres Ziehen.

Etwas in mir ist anders geworden.

Da ist kein Drang mehr. Kein Müssen. Keine aktive Suche nach Bestätigung.

Es fühlt sich an, als hätte ein innerer Schalter das Licht ausgeschaltet.
Und zugleich ist da mehr Klarheit als jemals zuvor.

Meine Identität – mein gewohntes Ich- Erleben – hat sich aufgelöst.

Nicht laut und dramatisch.

Einfach so.

Stille

Präsenz statt Ausrichtung

Ich spüre mich nicht mehr als Ich– und zugleich weiß ich, wie ich heiße.

Es ist weniger Identität.
Mehr Präsenz.

Es gab einen Shift.
Innen wie außen.

Meine innere Arbeit war meiner äußeren Ausrichtung lange Zeit voraus.
Jetzt gab es einen Punkt der Kongruenz.

Geist und Physis glichen sich an.

Es gab kein einzelnes Ereignis, an dem ich festmachen könnte, wann sich Tun in Sein verwandelte.

Und doch weiß ich:
Die Erfahrung der 11. Rauhnacht hat dazu beigetragen.

In einem Moment äußerer Bedrohung spürte ich meine eigene Bedeutungslosigkeit– und keine Angst.

Dieses „Egal“ hat mich nachbeschäftigt.

Wie kann es sein, dass ich egal bin- und sich dies zugleich stimmig anfühlt?

Auf der Suche nach Antworten bin ich in meine eigene Tiefe hinabgestiegen.

Erkenntnisse fanden mich– nicht umgekehrt.

Wie zum Beispiel diese:

  • Wir sind es, die Bedeutung verleihen. Auch in Beziehung.
  • Alles ist Übergang. Kein Verlust. Kein Sterben. Kein Tod.
  • Gedanken und Gefühle sind ein Konstrukt unserer menschlichen Erfahrung. Wir geben ihnen Bedeutung. Sie selbst haben keine.

Es fühlte sich an, als hätte sich mein innerer Fokus verschoben.

Weg vom ständigen Wahrnehmen dessen, was im Außen geschieht.

Hin zu einer stillen inneren Gewissheit,
dass alles gut ist.

Magnetismus ohne Absicht

Sind Ziele an der Stelle, an der ich heute stehe, noch sinnvoll?

Vielleicht ist Sinn nicht mehr etwas, das vorgegeben wird.
Sondern etwas, das sich zeigt – aus dem, was ist.

Was ich spüre, ist Präsenz.

Diese Präsenz ist keine neue Identifikation.
Kein neues „Ich bin jetzt…“.

Sie ist ein Feld.

Weil Form und Grenze weggefallen sind, bleibt Weite.
Und Freiheit.

Ich erzeuge kein Feld– ich bin ein kohärentes Schwingungsfeld.

Unabhängig von inneren oder äußeren Einflüssen.
Unabhängig von Gefühlen, Gedanken, Anhaftungen.

Früher war ich Seismograph.
Hochsensibel, empathisch, aufnehmend.

Ich absorbierte Fremdenergien, weil ich mich darüber definiert habe. Diese Identifikation liegt hinter mir.

Heute schwinge ich selbst.
In meiner eigenen Frequenz.

Mein gesamtes Feld ist von diesem Ton durchzogen.

Es ist, als würde er in die Weite klingen– wie ein Leuchtturm, der keine Lichtstrahlen aussendet, sondern Klang.

Je reiner der Ton, desto weiter reicht das Feld.

Ich stehe still.
Und ruhe in mir.

An diesem Punkt geht Bewegung in Präsenz über.

Ich habe verstanden:
Ich wirke nicht durch Tun.
Sondern durch Sein.

Dieses Feld wirkt magnetisch.
Nicht als Strategie.
Sondern als natürliche Folge von Kohärenz.

Menschen werden mich finden, weil sie diese Frequenz spüren.

Andere werden sich abwenden, weil sie mit ihr nichts anfangen können.

Das ist nichts Persönliches.
Es ist Feldklärung.

Eine offene Einladung

Ich bin immer noch ich. Und doch identifiziere ich mich nicht mehr mit mir.

Ich hafte nicht mehr an. Nicht an Menschen. Nicht an Situationen. Nicht an Bedeutungen.

Bedeutung habe ich lange verteilt wie Etiketten auf Marmeladengläser.

Heute weiß ich:
Ich bin weder das Etikett noch das Glas.

Ich mag die Stille.

Weil sie der Ort ist, an dem wir uns selbst begegnen können– jenseits von Rolle, Geschichte und Erwartung.

Ich begleite nicht mehr, um etwas zu erreichen.
Ich öffne Räume, in denen Integration geschehen kann.

Räume für Präsenz.
Für Verkörperung.
Für das, was sich zeigt, wenn nichts mehr festgehalten werden muss.

Räume, in denen nichts getan werden muss und sich dennoch etwas entfaltet.

Ein Wirken aus dem Sein. Vielleicht auch für dich.

Wer sich darin wiederfindet, wird es wissen.

Wenn du spürst, dass dich diese Art von Weite anspricht,
findest du meine Begleitungen nicht als Angebote,
sondern als mögliche Räume.

Monatsbegleitung

Hi, ich bin Saskia.

Ich schreibe über Bewusstsein, Zeitqualität und Integration.
Über das, was sich zeigt, wenn wir stiller werden und aufhören, uns selbst zu erklären.

Meine Arbeit bewegt sich zwischen Präsenz, Tiefe und Verkörperung.
Nicht als Methode, sondern als Raum.

Saskia Dauvermann

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